Um was geht es in diesem Blog?

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Als ich noch ein Kind war, war ich fasziniert von den Legenden wie das
Christentum ins Baskenland eingeführt worden ist.

Gemäss verschiedenen mündlichen Überlieferungen, die in ländlichen
Gegenden gesammelt wurden durch den Anthropologen J. M. Barandiaran,
nannten baskische Heiden Jesus Christus “Kixmi”, d.h. “der Affe”.

Jesus Christus = Affe?!!!

Was könnte das möglicherweise bedeuten?

Ich wuchs heran, verfolgt von dieser Frage, und vor ein paar Jahren
begann ich nachzuforschen und meine Ergebnisse in diesem Blog zu
dokumentieren. Ich wollte wissen, ob Affen je als Götter verehrt wurden
in der Alten Welt.

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Zuerst stiess ich auf Thot, den ägyptischen Gott der Schrift und
Interpretation, der sowohl als Ibis (ein Vogel) als auch als Pavian
dargestellt wird. Thot spielt im ägyptischen Pantheon eine ähnliche
Rolle wie Jesus Christus: er ist Mittler zwischen den Göttern und den
Menschen, und hilft den frisch Verstorbenen beim Gericht in der anderen
Welt.

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Aber es war Hanuman, der mich wirklich betroffen machte.

Hanuman, der indische Superman

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Hanuman der Affe ist kein Gott auf der höchsten Ebene, aber es ist
wirklich interessant, weil gewisse Figuren/Offenbarungen (Avatare) von
ihm, ihren Weg heimlich in die westliche Kultur geschafft haben, vom
Christentum zum Pop bis schliesslich zur Internet Folklore.

Hanuman ist der Held aus dem Ramayana Epos (500-100 BCE). Er verehrt
Gott Rama und seine weibliche Partnerin Sita so, dass er gar bereit
ist, sich selbst zu opfern, um ihre (Rama’s und Sita’s) Sache, die Welt
vor den drohenden Kräften des Bösen zu retten.

Hanuman wurde aus einem nicht-sexuellen sündenfreien Geschlechtsakt
(durch ein magisches Stück Kuchen, fallengelassen von einem Vogel)
zwischen dem Gott Shiva und einer Frau, die durch einen Fluch als Affe
gebannt war, geboren. Hanuman’s Mutter Anjana und sein Vater
(pater-putativus) Kesari, der gigantische Affe, lebten in “Keuschheit”
miteinander.

Hanuman’s Superpower würden den ramayanischen Krieg entscheiden.
Hanuman’s Schwanz verbrannte die ganze Insel Sri Lanka, und ermöglichte
der Armee von Gott Rama den Sieg über die bösen Kräfte Ramana’s.

Hanuman liebt jedes menschliche Wesen. Er ist Mittler zwischen den
Menschen und Rama (ähnlich wie Thot, oder Jesus Christus). Er sitzt
neben Rama im himmlische Götterpantheon.

Viele indische Heilige haben Hanuman in jüngster Zeit gesehen. Sein
Bild wird heute gegen Muslime, Sikhs, Christen und andere indische
Minoritäten von Bajrang Dal benutzt, einer hinduistischen politisch
rechststehenden paramilitärische Jugendgruppe, auch bekannt unter dem
Namen the Monkey God’s Army.

Dieses Bild ist ein Virus in Ihrer DNA

Auf jeden Fall ist es ein Bild, das Hanuman so interessant macht.
 
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Um Zeugnis von seiner Hingabe abzulegen, reisst sich Hanuman seine
Brust weit auf, um sein Herz zu zeigen, worauf das Bild von Rama und
Sita zu sehen sind.

Von diesem Bild ist es möglich, einen Stammbaum von brustöffnenden
Göttern oder Halbgöttern abzuleiten.

Da haben wir das Bild vom Heiligen
Herz von Jesus, wie es seit dem 11. Jahrhundert verehrt und angebetet
wurde, weit verbreitet in der katholischen und anglikanischen
Ikonographie.

Im 20. Jahrhundert war das Bild (bewusst oder unbewusst)
von den Schöpfern der Komikfigur Superman verwendet worden. Superman
öffnet sein Hemd, um sein herzförmiges Logo zu offenbaren, unter
welchem er bereit ist, die Welt zu retten.

Die Herzen von Hanuman, Christus und Superman sind möglicherweise sublimierte Darstellungen altertümlicher menschlicher Opferpraktiken, in denen die Brust der vorgesehenen Opfer geöffnet und das Herz herausgenommen wurde, um es zu verbrennen oder zu verspeisen. Natürlich ist das alles nur eine Hypothese und sollte nicht für bare Münze  genommen werden.

So oder so ist es ein mächtiges Bild, eine Gestalt, ein Archetyp, ein ikonischer Virus, installiert im kollektiven menschlichen 
Unterbewusstsein seit prähistorischen Urzeiten und immer noch am Wirken. Heute würde man das Phänomen als “strange attractor” bezeichnen.

Ich denke Nietzsche selber würde sich in der Ironie sonnen, dass der Übermensch durchaus ein Affe sein könnte. Nenn in Hanuman, Superman, oder eben Kixmi.

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Zwei kurze Videos um diese Einführung zu illustrieren.

Herzmaschine (Bihotzmakina)

 

Ich machte diesen kurzen Video im Februar 2007. Ich wollte die Evolution der Bildmetapher des “Heiligen Herzens” aufzeigen, von Hanuman bis zum Zeilalter der Internet Folklore. Ich bin nicht sehr begeistert, wie es bei YouTube aussieht, denn die Flashkompression hat den Rhythmus und die Bildqualität verändert. Die Originaldatei sieht viel besser aus, glaube mir.

Simia Dei

Diabolus est simia dei (Der Teufel ist Gottes’s Affe) ist ein Statement vom christlichen Kirchvater Tertullian, berühmt geworden durch den Heilgen Augustine. Es bezieht sich auf die Idee, dass der Teufel ein Imitator (Affe) von Gott ist, und ständig neue Scheinwelten schafft, die der realen ähnlich sind, nur um die Menschen zu täuschen. Es ist eine Idee, die den Sci-fi Autor Philip K. Dick faszinierte, wegen den Auswirkungen in den Paralellwelten und in der virtuellen Welt. Dieser Video möchte den Horror (und die Glorie) der monotheistischen Weltanschauung aufzeigen. Es zeigt ein Universum geschöpft und animiert durch einen wütenden Affe: alles Terror, Dynamik,
Lärm und Entropie.

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